In Konfliktsituationen helfen, beraten und Wege finden: M.I.B.

Stationäre Aufnahme

Familienintegrative Wohngruppe mit individualpädagogischer Begleitung

Einleitung

Zum Vergrößern ins Bild klickenEine institutionelle Fremdunterbringung kann heute nur noch sinnvoll sein, wenn eine individuelle Lebensplanung gemeinsam mit dem Betroffenen erarbeitet wird und dadurch ein maximal anzustrebender Erfolg gewährleistet werden kann. Das heißt u. a., es sollte Ziel sein zum einen eine im Vergleich zu den gegebenen Lebensverhältnissen für alle Betroffenen, neue und gelingendere Umwelt zu schaffen. Zum anderen muss eine sinnvolle Vernetzung mit Schulen und Vereinen aber auch gegebenenfalls mit Therapeuten stattfinden.


Allgemein ist eine Fremdunterbringung immer dann angezeigt, wenn Kinder oder Jugendliche in ihren Familien nur eingeschränkt leben können oder mit den derzeitigen Lebensumständen überfordert sind.


Im Einzelfall sollte entschieden werden, ob eine Unterbringung auf Zeit oder auf Dauer sinnvoll ist, was sicher auch davon abhängt, ob die Kinder oder Jugendlichen überhaupt in ihre Familien zurückkehren können. Weiterhin sollte auch berücksichtigt werden, welche Hilfen und Ressourcen in dem neuen Lebensumfeld liegen würden, sodass für den Betroffenen eine adäquate und individuell gestaltete Hilfe möglich ist.
Uns ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass wir als familienintegrative Wohngruppe mit einer kleinen Gruppenstärke von bis zu 2 Kindern sehr effektiv arbeiten und dadurch wichtige Beziehungen besser aufgebaut werden können. Hierbei ist nicht zuletzt die unterschiedliche Qualifikation der Betreuer ausschlaggebend.
Wir als professionelle Erziehungsfamilie betreuen und erziehen auf beruflicher Basis die Kinder, welche aufgrund des Belastungsgrades nicht mehr in ihrem bisherigem Umfeld bleiben können.
Belegung und Aufnahmekriterien orientieren sich an den § 27 in Verbindung mit § 34 und § 35 des SGB VIII.
Dadurch, dass wir Kindern und Jugendlichen die Chance bieten können, in einem neuen Umfeld aufzuwachsen, fallen viele Probleme weg, die bei Kindern und Jugendlichen zwangsläufig auftreten, die in großen Institutionen leben. Diese können z.B. die Suche nach einer adäquaten Schulform oder Lehrstelle sein. Die Bewältigung von Alltagsproblemen ist in einem kleinen Rahmen viel eher möglich, da die Mitbestimmung zum einen für uns als Betreuer wichtig und machbar ist und zum anderen auch für die Kinder und Jugendlichen praktizierbar wird.
Dazu streben wir eine langfristige Betreuung der Kinder und Jugendlichen in unserer Wohngruppe an, sollten die Möglichkeiten einer Rückführung eingeschränkt sein.

 

Informationen zur Einrichtung

Standort der Einrichtung:

Zur virtuellen KarteDas Wohnhaus liegt als Eckgrundstück angrenzend an Nachbarhäuser sowie Felder und Wiesen im Ort Schmillinghausen, welcher ca. 500 Einwohner zählt.
Schmillinghausen befindet sich ca. 7 km, in beide Richtungen, von Bad Arolsen und Diemelstadt- Rhoden und ca. 20 km von Korbach und 50 km von Kassel entfernt. Durch eine gute Infrastruktur ist der Ort leicht mit dem Auto (ca. 5 Minuten von der Autobahn entfernt und doch sehr ruhige Lage) oder Bus zu erreichen.
Einen Kindergarten gibt es im Ort selber und Schulen wie z.B. Grundschulen, Mittelpunktschulen, Schulen mit einer gymnasialen Oberstufe, Schulen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen sowie berufliche Schulen können in Bad Arolsen aber auch der näheren Umgebung besucht werden. Alle Schulen sind mit dem Schulbus für die Kinder und Jugendlichen gut zu erreichen.
Mit den jeweiligen Klassenlehrern, sowie den Direktoren der Schulen stehen wir in einem intensiven, regelmäßigem Kontakt, sodass wir bei eventuell auftretenden Problemen sofort und gezielt intervenieren können.


Ebenfalls sind mehrere Freizeitmöglichkeiten im näheren Umfeld gegeben. So liegt der Twistesee etwa 10 km entfernt. Dort werden verschiedene Aktivitäten wie: Kanu fahren, Wasserski fahren, Baden, Segeln und Surfen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten. In Bad Arolsen selber gibt es die Möglichkeit u.a. das Freizeit und Spaßbad Arobella zu besuchen, Tennis, Badminton, Golf und Minigolf zu spielen aber auch eine Musikschule zu besuchen. Alle Aktivitäten werden in Vereinen angeboten.
Im angrenzenden Diemelstadt- Rhoden gibt es weiterhin ein Verein für Selbstverteidigung, einen Musik- und Fußballverein und ein Freizeitbad.
In Schmillinghausen gibt es ebenfalls einen Fußball- und Musikverein, die Möglichkeit zur Mitwirkung bei der Freiwilligen Feuerwehr und eine Jungschargruppe.
Weitere Freizeitmöglichkeiten wie Schlittschuh fahren, Freizeitparks- und Bäder zu besuchen sind ebenfalls gegeben und mit dem Auto leicht zu erreichen.

 

Größe der Einrichtung:

Zum Vergrößern ins Bild klickenDie Wohngruppe in Bad Arolsen-Schmillinghausen ist ein renoviertes Bauernhaus mit einem Garten von ca. 900 qm. Wir verfügen über einen Trainings- bzw. Reitplatz sowie einem am Haus liegenden Pferdepaddock.
Die Gesamtwohnfläche beträgt momentan 200 qm, ist jedoch noch durch Umbaumaßnahmen variabel. Des Weitern umfasst die Wohnfläche einen abgetrennten Büroteil von ca. 47 qm.
Der Wohnraum der Kinder und Jugendlichen umfasst bisher folgende Kapazitäten:
Im Erdgeschoss befindet sich der Eingangsbereich, die Küche mit Essbereich, mit einem und Durchgang zum Wohnzimmer, zwei angrenzende Wirtschaftsräume mit Vorratskammer, einem kleinen Wintergarten, durch welchen man auch in den Garten gehen kann und ein  Badezimmer mit WC und Badewanne.
Vom Erdgeschoss führt eine Treppe ins erste Obergeschoss. Dort befinden sich 4 weitere Zimmer zwischen 16 qm und 25 qm und ebenfalls ein Badezimmer mit WC, Badewanne und Duschkabine.
Ein weiterer Ausbau für einen großen Gruppen- bzw. Bewegungsraum über der Scheune ist derzeit in Planung.

 

Bedarfslage, aus welcher der Hilfeanspruch erwächst

Da in unserem Haushalt auch unsere Tochter von 11 Jahren wohnt, nehmen wir nur Mädchen im Alter ab 8 Jahren auf.

  • Kinder und Jugendliche mit wenig Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein
  • Kinder und Jugendliche mit Verweigerungshaltung (Eltern/ Schule/ Umfeld)
  • Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsdefiziten (sozial- emotionaler Bereich)
  • Kinder und Jugendliche, welche Bindungs- und Beziehungsschwierigkeiten aufweisen
  • Kinder und Jugendliche, deren Entfaltungsmöglichkeiten in ihrem jetzigen Umfeld eingeschränkt sind

 

Wen wir nicht betreuen können

Kinder und Jugendliche mit folgenden Auffälligkeiten können nicht von uns, durch familienähnliche Unterbringung, betreut werden:

  • manifestes Gewaltverhalten gegen Menschen
  • Gewalt gegen Tiere
  • zündelnde Kinder und Jugendliche
  • Kinder und Jugendliche mit akuter Drogenproblematik
  • Kinder und Jugendliche mit akuten und schwerwiegenden neurologischen und psychiatrischen  Krankheitsbildern
  • von (mehrjährigen) Missbrauch und starker Misshandlung betroffene Kinder und Jugendliche
  • Kinder und Jugendliche mit starker körperlicher, geistiger und seelischer Einschränkung 

 

Handlungskonzept

Zum Vergrößern ins Bild klicken

Die Handlungsgrundlage für alle am Erziehungsprozess Beteiligten ist der, bei Aufnahme zu erstellende Hilfeplan nach § 36 SGB VIII und seine dynamische Fortschreibung. Die darin festgeschriebenen Ziele und Absprachen sind für alle verpflichtend und evaluierbar. Dies betrifft das Kind und seine Eltern, die MitarbeiterInnen der Einrichtung, das Jugendamt und ggf. Therapeuten und Lehrer.
Basis für die Zusammenarbeit mit dem Kind bzw. Jugendlichen ist das grundsätzliche Einverständnis zur Unterbringung in der Familienwohngruppe Schmillinghausen. Eine effektive pädagogische Arbeit setzt voraus, dass das Kind oder der Jugendliche eine aktive Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt, also am gemeinsamen Erziehungsprozess teilnimmt. Andernfalls ist es schwierig, die formulierten Ziele zu realisieren.
Zusammen können wir dann nach pädagogisch verantwortbaren Problemlösungen suchen und sie gemeinsam tragen und durchführen. Alle Ansätze sind individuell auf das Kind oder den Jugendlichen abgestimmt. Dieses Vorgehen erfordert Geduld und Vertrauen aber noch wichtiger ist die Fähigkeit einen kontinuierlichen und ko- konstruktiven, auf Partizipation ausgelegten, Dialog führen zu können.


Wir haben die Möglichkeit das Kind oder den Jugendlichen, wenn nötig, aus seiner bisherigen Umwelt zu isolieren und einen Neuanfang zu begleiten. Das heißt konkret, dass wir als Einrichtung in der Lage sind, die Kinder oder Jugendlichen über einen längeren Zeitraum aufnehmen zu können und jegliche bisherigen Kontakte abzubrechen. Wir können damit ein neues, stabiles Umfeld bieten, in dem sich das Kind oder der Jugendliche neu orientieren kann. Die Kinder bzw. Jugendlichen sollen sich in der Projektstelle akzeptiert und gut begleitet fühlen.
Neben Geborgenheit und Wissensvermittlung, sollen sie Anregungen und Anstöße zur eigenen Handlungsplanung erlangen, sowie befähigt werden Sinnfragen zu stellen, sodass sie aktive Mitglieder der Gesellschaft werden und eigenverantwortlich leben können.
Ziel ist es, dass Kind bzw. den Jugendlichen in die Familie zu integrieren, als Familie zu agieren und nicht als Heimeinrichtung auf das Kind oder den Jugendlichen zu wirken. Dies jedoch ohne den emotionalen Anspruch an das Kind oder den Jugendlichen heranzutragen seine Ersatzeltern werden zu wollen.


Ein weiteres Ziel ist die Vermittlung von Normen und Werten sowie der Umgang mit Andersartigkeit als Lebensorientierung. Das Kind oder der Jugendliche soll sich angenommen und verstanden fühlen und einen festen Rahmen zum Erwachsen werden geboten bekommen.
Vorteile der professionellen Erziehungsfamilie sind die gleich bleibenden Ansprechpartner für die bei uns lebenden Kinder oder Jugendlichen. Auch ein individuelles Einwirken auf die Probleme, Freizeitgestaltung, Begleitung der schulischen oder später beruflichen Anforderungen der Kinder oder Jugendlichen, ist eher gegeben als in einer Großeinrichtung.
Ein wesentlicher Punkt in unserer Arbeit ist die Transparenz gegenüber dem Kind oder Jugendlichen in all unserem Handeln. Das heißt, dass das Kind oder der Jugendliche in jegliche Schritte der Entscheidungsprozesse, welche erzieherische Maßnahmen betrifft, einbezogen wird und durch Mitbestimmung Eigenverantwortung zu übernehmen lernt. Dieses Vorgehen soll die Stärkung der Persönlichkeitsstruktur und Persönlichkeitsentwicklung des Kindes oder Jugendlichen zur Folge haben.
Auf unserem Bauernhof leben neben Hunden, Hasen und Meerschweinchen auch Pferde, welche von den Kindern oder Jugendlichen in ihrer Freizeit betreut werden.
Nicht nur Spaziergänge, Spielmöglichkeiten mit den Tieren und Reiten kann genutzt werden, auch deren Versorgung, Pflege und der Umgang mit den Tieren ermöglicht den Kindern oder Jugendlichen Verantwortung zu übernehmen und auch im Team notwendige Handlungsschritte und deren Umsetzung zu planen und durchzuführen.

 

 

Ziele der Hilfen nach § 34 "Hilfen zur Erziehung; Heimerziehung; sonstige betreute Wohnform" SGB VIII und § 35 „Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung“ SGB VIII

(Hessische Rahmenvereinbarungen)

Beispielhafte Ziele

  • soziale Integration in das Umfeld (Vereine, Schule)
  • Integration in die Einrichtung und das neue Lebensmillieu
  • Unterstützung der Alltagsstruktur- und Gestaltung in allen Lebensbereichen (Hausaufgaben, Mahlzeiten, Freizeit, Hauswirtschaft, Finanzen)
  • Entwicklung einer selbstständigen Lebensperspektive
  • gesunde Lebensführung und Körperhygiene
  • Entwicklung von positiven Lern- und Sozialverhalten
  • Gewinnung emotionaler Sicherheit
  • Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie
  • Stärkung der Elternkompetenzen
  • Bewältigung persönlicher Krisen
  • Entlastung des Kindes oder Jugendlichen und deren Herkunftsfamilie, um neue Entwicklungsschritte zu ermöglichen

 

Beispielhafte Ziele im Bereich der pferdgestützten Pädagogik:

  • Zum Vergrößern ins Bild klickenAbbau und Loslassen von Aggressionen und Ängsten.
  • Erfahrungen sammeln über die eigene Selbstwirksamkeit.
  • Erlernen von Techniken im Köperfühlbereich An- und Entspannung.
  • Stärkung der Basiskompetenzen, unter anderem des Ichs- und Gruppengefühls in der Spiegelung des eigenen Verhaltens, am Pferd sichtbar gemacht
  • Das Pferd zeigt mir mit seinen Reaktionen den Zustand meiner Seele auf!
  • Gemeinsam sich selbst regulierende Strategien in konfliktbesetzten Situationen erwerben.
  • Kontaktaufnahme/ -herstellung durch das Tier ohne Aggressionen und völlig wertfrei.
  • Selbstsicherheit und Freude an der eigenen (positiven) Handlungsplanung gewinnen.
  • Ziele definieren und eigene Entwicklungsschritte verfolgen mit anschließender Reflexion durch Selbstevaluation.
  • Eigene Verhaltensregulation durch den natürlichen Umgang mit dem Tier und im Gespräch über das Erlebte. Gerade kleine Erfolge sollen gefeiert werden, um die Motivation zu steigern und Fortschrittliches sichtbar zu machen.
  • Positive Lebensplanung als ein Hauptziel, denn durch gemeinsames Arbeiten an dem Erlebten und der neu entdeckten Stärken, ändert sich die Grundhaltung zum eigenen Tun.
  • Mitbestimmung wird positiv gefördert - ich habe etwas mit meinem Leben zu tun und bin verantwortlich für dessen Verlauf.
  • Flexibilität bei Partner Mensch durch die Arbeit mit dem Tier einüben. Gelassenheit, sich selbst achten und eine gute Struktur sind Meilensteine für eine positive Lebensplanung.
  • Stärken sehen aber auch Schwächen zulassen können, bietet die Möglichkeit weiterhin an einem positiv fortschreitenden Selbstkonzept zu arbeiten.
  • Durch die Arbeit am und mit dem Tier wird präzises Beobachten und richtiges Interpretieren der vorherrschenden Situation geübt, sowie analytisches Vorgehen geschult. Ziel ist hierbei die eigene Lebenssituation im Blick zu haben und das Zuarbeiten auf ein nächsthöheres Ziel zu üben.

 

Nähere Erläuterungen zu den tiergestützten Maßnahmen:

  1. Zum Vergrößern ins Bild klickenNatural Horsemanship basiert auf dem Kommunikationssystem, welches die Pferde untereinander benutzen. Der Mensch muss sich die verschiedenen Körper-, Bewegungs- und Verhaltensweisen aneignen. Pferde reagieren ausschließlich auf diese Körperzeichen. Gewalt oder lautes Schreien, hektische Bewegungen oder Aggressivität führen nicht zum Ziel, sondern sind hier kontraproduktiv.
  2. Bewegung ist elementar, deswegen sind sportliche Aktivitäten für uns als Familie und Einrichtung ein Bedürfnis, welches es zu fördern gilt. Hierzu zählen z.B. Ballspielarten, Fahrrad fahren und schwimmen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, die naheliegenden Wassersportplätze zu nutzen. Natürlich werden hierbei auch die Interessen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt.
  3. Ziele zu formulieren sowie den eigenen Werdegang aufzuzeichnen, ist für die Eigenreflexion sehr wichtig und wird auch bei uns als bedeutende Methode angesehen. Nicht nur schreiben, sondern auch alternative Medien wie: Video, Audio und PC stehen den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung.
  4. Die Kinder und Jugendlichen sollen die Fähigkeit erlangen, für sich, ihre Teammitglieder und für die Tiere Verantwortung zu übernehmen. Berücksichtigt werden hierbei das Alter und der jeweilige Entwicklungsstand des Einzelnen. Nicht nur das Reiten auf einem Pferd ist das Ziel im Umgang mit den Tieren, sondern auch deren Versorgung und Pflege wird gemeinsam mit der Familie übernommen.
  5. Ängste können abgebaut und durch Erlernen der Pferde- oder Hundesprache überwunden werden. Durch das Verstehen des eigenen Handelns in Verbindung mit der Reaktion vonseiten des Tieres, wird dem Kind oder Jugendlichen sein eigenes Handeln und Wirken auf andere bewusst gemacht und ermöglicht ihm somit eine differenzierte Eigenreflexion ohne Aggressionen auf sein Gegenüber. Dadurch wird dem Kind oder Jugendlichen ermöglicht, seine Haltung in schwierigen Situationen bewusst zu überdenken und positive Wege aus einer Krisensituation in Betracht zu ziehen und dabei adäquat und selbstsicher zu handeln.
  6. Veranstaltungen und Vorführungen müssen gut organisiert sein. Alle Beteiligten arbeiten Hand in Hand, um das Gelernte vorführen zu können. Aber auch Andere zu unterstützen sowie die Erfahrung zu machen, in der Gruppe als Einzelner zum Gelingen des Ganzen beitragen zu können, ist ein wichtiger Lernprozess für die eigene positive Lebensplanung und Bewältigung anstehender Veränderungen und Entscheidungen.
  7. Oft können sich Kinder und Jugendliche auf herkömmliche Weise nicht öffnen oder äußern, hier bietet sich die kreativ- künstlerische Tätigkeit an. Nicht nur alleine, sondern gerade auch in der Familie können Projekte geplant und durchgeführt werden.

Zum Vergrößern ins Bild klicken Zum Vergrößern ins Bild klicken

Familie Makowski bei einem Wochenendausflug

 

Unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und deren Familien:

  • Wir bieten sozialpädagogische Betreuung und Begleitung des Kindes oder Jugendlichen während seines Aufenthaltes in der Wohngruppe und enge Zusammenarbeit mit den Eltern.
  • Wir führen kind/ jugendlich zentrierte Gespräche.
  • Wir fördern den Erwerb von Reflexionsmöglichkeiten des eigenen Verhaltens.                        
  • Wir fördern den Erwerb problemlösender Strategien in Krisensituationen.
  • Wir vermitteln und erarbeiten gemeinsam Lerntechniken zur lebenspraktischen Handlungsplanung (Alert- Programm).
  • Förderung und Begleitung in allen Anforderungen des schulischen Bereichs
  • Wir bieten gemeinsame und individuelle Freizeitgestaltung.
  • Wir bieten familienorientierte Strukturen.
  • Wir unterstützen therapeutische, heilpädagogische, sonderpädagogische als auch Intensivangebote.
  • Wir setzen erlebnispädagogische Schwerpunkte in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.
  • Neben verschiedenen Bewegungs-, Sport- und Kreativangeboten bildet der Hauptanteil unserer Arbeit den Bereich der pferdgestützten Maßnahmen.
  • Ziel ist auch die Entlastung angespannter Familiensituationen. Dies bietet den Eltern die Gelegenheit, ihren Blick auch auf die Stärken ihres Kindes zu richten und bisherige Strategien im Umgang mit Krisensituationen neu zu überdenken und ihr Handeln zu optimieren.
  • Es findet, z.B. in Gesprächen, eine Bearbeitung familiärer Problematiken statt, mit dem Ziel der Erhaltung oder Besserung der familiären Bindungen.

Notwendige Ressourcen

des jungen Menschen:

  • Freiwilligkeit und Motivation des Kindes oder Jugendlichen
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Mitarbeit in der Hilfeform
  • Bereitschaft zum Umgang mit Tieren
  • Bereitschaft zur Einhaltung der Haus- und Hofregeln
  • Bereitschaft sich mit den anstehenden Aufgaben auseinanderzusetzen
  • positive Grundhaltung zu der angebotenen Maßnahme

und seiner Familie:

  • Die Bereitschaft zur Mitarbeit und Zusammenarbeit sollte vorhanden sein oder erarbeitet werden können.
  • Akzeptanz der Einrichtung und deren Angebote
  • Unterstützung der pädagogischen Maßnahmen

Einbindung des familiären Umfeldes:

  • Möglichkeit der gemeinsamen Portfolioarbeit (Familienportfolio)
  • gemeinsame Zielbesprechungen
  • Möglichkeit für telefonische Absprachen
  • Besuche im familiären Haushalt
  • respektvoller und wertschätzender Umgang mit den Eltern
  • Verständnis für die Eltern und deren Situation innerhalb des Familienverbandes

Aufnahmeverfahren

  • Bei Anfragen wenden Sie sich bitte an unseren Koordinator Herr Jörg Lockau vom I.J.S e.V. Düsseldorf mit folgender Telefonnummer: 0211/ 550298-0.
  • Herr Lockau wird Ihnen über die weitere Vorgehensweise Auskunft erteilen. Bei weiterem Interesse kann ein Ortstermin vereinbart werden.
  • Während eines unverbindlichen Besuchs der Projektstelle können neben der Besichtigung, erste Anliegen und Erwartungen zwischen den Interessenten und Betreuern besprochen werden.
  • Das Kind oder der/die Jugendliche sollte zur Maßnahme eine positive Grundhaltung zeigen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mitbringen.
  • Nach dem Erstgespräch haben alle Beteiligten die Gelegenheit sich für oder gegen die Maßnahme zu entscheiden.

Interne Dokumentation und Berichtswesen

  • Jedes Kind oder jeder Jugendliche legt sich eine eigene Portfoliomappe an.
  • Alle Angebote für das Kind oder den Jugendlichen werden gemeinsam  dokumentiert.
  • Für jedes Kind oder jeden Jugendlichen werden Akten angelegt. Darin werden in welcher Gesprächsnotizen, Beobachtungen und Berichte aufbewahrt.
  • Es werden Protokolle von Telefonaten, Teamgesprächen und Eltern- bzw. Beteuern- und Jugendamtsgesprächen angefertigt.

Definition fachlicher Standards und Prozeduren

  • In regelmäßigen Familien- und Teambesprechungen werden alle anfallenden Fragen und Vorkommnisse besprochen.
  • Ein weiterer Bestandteil ist die kollegiale Beratung innerhalb der Familie und des Kollegiums.
  • Interne und externe Fortbildungen werden gemeinsam mit der Familie und im Team besprochen und ausgewählt.
  • Konzeptionserarbeitung und dessen Überarbeitung übernimmt das gesamte Team.
  • Absprachen mit dem I.J.S e.V. und dem Jugendamt haben für uns verbindlichen Charakter.

Qualitätsmanagement, Verfahren, Prozesse

Wir arbeiten nach dem Qualitätsansatz von Donabedian (1980).

Strukturqualität: alle Rahmenbedingungen (Ausstattung, Leitbild, Konzeption, Personal- und Finanzmanagement)

Prozessqualität: Gemeint sind hier alle Maßnahmen, die zur Leistungserbringung eingesetzt werden (Aufnahmeverfahren, Einbeziehung der Eltern/ Personensorgeberechtigten, Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Teamgespräche und Fortbildungen).

Ergebnisqualität: Evaluation/ Zielerreichung (Zielüberprüfung, Abschlussberichte, Kontakte zu Ehemaligen) Alle Prozesse werden im Team erarbeitet in regelmäßigen Abständen evaluiert und gegebenenfalls überarbeitet. Zudem richten wir uns nach den Qualitätsvorgaben des Trägers I.J.S e.V. Düsseldorf und den Qualitätsempfehlungen des Jugendamtes Waldeck- Frankenberg.

 

Grundleistungen der individualpädagogischen Wohngruppe in Schmillinghausen

Zusammenarbeit mit dem Träger I.J.S e.V. Düsseldorf und weiteren Institutionen:

  • Sehr gute und enge Zusammenarbeit und Austausch mit dem I.J.S e.V. Düsseldorf
  • Wir legen großen Wert auf die enge Zusammenarbeit und den Austausch mit den jeweiligen Jugendämtern.
  • Wir legen großen Wert auf enge Zusammenarbeit und den Austausch mit Therapeuten im Falle eines therapeutischen Angebots.